Sonntag, 30. November 2008

Nach langer Abwesenheit mal ein Fazit

Nachdem bei vielen jetzt dass Auslandssemester zu Ende geht und das grosse Erfahrungen austauschen beginnt hier auch mal unsere Erfahrungen (und ja, mich freut es gerade ueberhaupt nicht, PRO3 oder Masterarbeit zu schreiben drum die Pause...).

Hier mal die offizielle Version fuer den Erasmus-Erfahrungsbericht:

Die Niederlande
Die Niederlande an sich sind ein relativ kleines Land, unterhalb des Meeresspiegels, was man vor allem anhand der fehlenden Berge und des Wetters merkt. Die wesentlichen Merkmale, woran man merkt dass man in den Niederlanden ist, ist die Anhäufung an Windmühlen, weite Sichten, viele Kühe und „Trempel“ (in Österreich bekannt als Bodenwelle) an die man sich als Autofahrer sehr schnell gewöhnt.

Wetter
Das Wetter ist ähnlich zu Österreich. Oftmals merkt man den Wind woran man sich schnell gewöhnt. Gegen aller Behauptungen hatten wir sogar das „Glück“ Schnee zu erleben, auch wenn dieser nicht lange liegen geblieben ist.

Gepflogenheiten und Einwohner
Die Einwohner der Niederlande sind sehr offen und freundlich. Manchmal, wenn man sich auf Deutsch unterhält, sollte man jedoch einfließen lassen, dass man nicht Deutscher sondern Österreicher ist, da noch sehr viele Vorurteile gegenüber Deutsche existieren. Sobald dies jedoch geklärt ist, sind die Leute wieder offener. An manche Gepflogenheiten muss man sich jedoch erst gewöhnen, wie zum Beispiel die öffentlichen Toiletten mitten in der Stadt, die Offenheit wie manche Themen angesprochen werden und
ähnliches.

Sprache
Die Sprache ist für eine deutschsprachiger Person relativ leicht zu verstehen, auch wenn manche Laute sehr an eine Heiserkeit erinnern. Durch unsere niederländischen Mitbewohner war es sogar möglich, etwas „aus der Praxis“ zu lernen. Allgemein sprechen die meisten Niederländer sehr gut Englisch, weshalb Englisch die beste Sprachwahl ist. Oftmals ist es sogar möglich, sich auf Deutsch zu verständigen.

Fortbewegung
Die von uns gewählte Form der Fortbewegung war das Auto, da wir relativ viele Dinge selber Mitbringen mussten, weshalb eine Anreise per Zug oder Flugzeug nicht möglich war. Innerhalb der Städte ist das Fahrrad zu empfehlen. Bei Fahrrädern ist es jedoch so, dass die meisten Fahrräder etwas älter sind, da dann die Diebstahlgefahr geringer ist. Günstige Fahrräder erhält man zum Beispiel Nachts am Bahnhof. Zwischen den Städten existiert ein gutes Bahnnetz.

Autofahren in den Niederlanden
Die Benzinpreise in den Niederlanden entsprechen etwa dem Niveau in Österreich. Das Parken ist etwas teurer, wobei man am Uni-Gelände eine gratis Parkkarte anfordern kann. Die Niederländer an sich sind sehr angenehme Fahrer, wobei man Geduld mitbringen sollte. Auf der Autobahn erkennt man sehr schön anhand des Fahrtempos, welcher Nationalität ein Fahrer angehört, da vorwiegend Belgier und Deutsche die erlaubt Höchstgewschindigkeit überschreiten. Wichtig ist auch, dass Ampel teilweise wie „Lichtdekorationen“ wirken und von vielen Autofahrern ignoriert werden. Innerhalb von Städten ist es gewöhnungsbedürftig, auf all die Fahrradfahrer (die sich auch nur sehr selten an Verkehrsregeln halten) Rücksicht zu nehmen. Falls man Rücksicht auf seine Reifen nehmen möchte, sollte man beim Einparken vorsichtig sein (Niederländer parken häufig halb am Randstein oder mit eingeklemmten Reifen) und manche Straßen (vor allem im Baustellenbereich) meiden, da diese teilweise genau der Autobreite entsprechen.
Die bereits erwähnten Trempel sollte man genauso beachten, weshalb keine Tiefergelegten Fahrzeuge in den Niederlanden empfohlen sind.

Lebenserhaltung
Die Lebenserhaltungskosten sind geringer als in Österreich. Am besten sucht man sich den nächstegelegenen „Albert Heijn“ Supermarkt. Durch die vielen Sonderaktionen, sollte man sich von Anfang an um eine „Bonuscard“ umschauen, da sich diese Aktionen meistens auszahlen.

Wohnen bzw. Unterbringung
Die Unterbringung wurde über die Uni und die Vermittlungsagentur „Vestide“ vermittelt. Da die Niederlande über eine hohe Einwohnerdichte auf engem Raum verfügen, sind die Mietpreise eher hoch. Wir haben für 15m2 in einem Hause fast 400 Euro gezahlt, wobei wir mit dieser Unterbringung Glück hatten. Das Haus teilten wir uns zu 8: 2 männliche BAK-Studenten aus den Niederlanden, 1 männlichen niederländischen Masterstudenten und einem männlichen niederländischen FH Studenten. Ausser uns waren weiters noch 2 Exchange-Studentinnen im Haus, eine aus Belgien und eine aus Lettland. Die Küche des Hauses war extrem klein und leider fehlte ein allgemeiner Aufenthaltsraum, aber solange die Temperaturen es zu ließen, war ein gemütliches Zusammensitzen im Garten möglich. Das Haus war in einer eher ruhigeren Wohnsiedlung mit Gratisparkplätzen, in Stadionnähe, jedoch war man zu Fuß innerhalb von 10 Minuten direkt im Zentrum. Im Vergleich zu anderen Ausstauschstudenten war dieses Haus richtig luxuriös, da wir
sogar über eine Waschmaschine inkl. Trockner sowie einen Geschirrspüler verfügten. Generell ist es so, dass man als Frau leichter einen Platz in einer WG bekommt als ein Mann. Der Nationalitäten-Mix garantierte, dass es immer etwas neues zu Erfahren gibt und auch von den Sprachen her viel mischt. Einzig „ungewöhnliches“ ist, dass man mit 23 Jahren als Masterstudent in den NL schon richtig alt ist.

Eindhoven
Eindhoven ist eine alte Stadt und bietet wenige touristische Attraktionen. Man merkt sehr schnell, dass die Stadt inzwischen sehr auf Studenten ausgerichtet ist.

Uni
Die Technische Universität Eindhoven zählt zu einer der besten Universitäten Europas. Sämtliche Masterstudiums-Vorlesungen sind auf Englisch gehalten, was eine breite Auswahl ermöglicht. Das Masterstudien-Programm mit Computersecurity gehört zu einem eigenen Institut – dem Kerkhoffs-Studienprogramm. Dies ist einerseits ein Vorteil, da hier 3 Standorte (Twente, Eindhoven und Nijmegen) ihre Vorlesungen aufteilen und somit nur spezialisierte Vorlesungen von hoher Qualität geben. Nachteil ist jedoch, dass man sehr viel reisen muss, wenn man wirklich ausgewählte Vorlesungen möchte. Wir haben uns trotz eigenem KFZ für Vorlesungen vorwiegen in Eindhoven und Nijmegen entschieden, da uns ansonsten keiner die Reisekosten ersetzten würde.
Die besuchten Kurse waren „Coding and Crypto“ (6 ECTS), „Cryptography 1“ (6 ECTS), „Distributed Trust Management“ (6 ECTS) and „Security in Organizations“ (6 ECTS). Wobei nur die ersten 3 Vorlesungen in Eindhoven waren.
Der Arbeitsaufwand für die Vorlesungen und Klausuren war sehr hoch und teilweise mit wöchtentlichen Assignents von nicht geringem Aufwand verbunden. Der Campus an sich ist sehr groß und es ist sehr zu empfehlen, vorweg sich den Lageplan der Uni anzuschauen. Leider haben wir im Verhältnis zu anderen Ersamus-Studenten relativ wenig Informationen vorweg erhalten.

Studentenleben
Das Studentenleben war sehr Durchwachsen. Viele Exchange-Students in unserem Departement waren Studenten im BAK-Studium, weshalb wir so gut wie keinen davon in den Vorlesungen wiedergefunden haben. Die meisten davon waren Spanische Austauschstudenten, welche sehr geringes Interesse an Kontakten zu Anderen hatten. Durch die Mitbewohner im Haus war jedoch immer irgendetwas los. Möchte man Fortgehen bietet Eindhoven einen Straßenzug („Stratumseind“) nur mit Lokalen wo
jeden Abend etwas los ist.

Ausflüge
Eindhoven liegt relativ nahe zu Deutschland und Belgien weshalb es sich sehr gut für Ausflüge in die Umgebung anbietet. Somit war es fast selbstverständlich, dass wir (oftmals mit den anderen Exchange-Studentinnen aus unserem Haus) Tagesausflüge mit dem Auto zu interessanten Plätzen wie Zeeland, Amsterdam, Maastricht, Brüssel, Den Haag, Rotterdam usw. unternahmen.

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Und hier mal die persoenliche Version:

Studentenleben kann man hier als Exchange-Student im IT departement fast vergessen. Also im Zusammenhang mit anderen Exchange-Studenten. Gibt zwar ein International Students Network aber der abonierte Newsletter taeglich liefert nur zig mails mit dem Inhalt "suche" oder "biete" aber wirkliche Veranstaltungen gibts keine. Wenn einmal ein Fest sein sollte fuer "alle" Exchange Studenten der Uni ist der EInlass limitiert, dass dann wieder nur sehr ausgewaehlt reingelassen werden. Meistens findet man Exchange Studenten nur durch Zufall und daher auch nur sporadisch. Da der Lernaufwand sehr sehr hoch is... und das obwohl wir nur die benoetigten 18 ECTS punkte zzgl. PRO3 und Masterarbeit von Hagenberg haben... Die angeblich so tollen Erasmus-Parties oder Veranstaltungen sind anscheinend (bisher) noch an uns vorbei gegangen.... Oder gibt es die ueberhaupt?

Beim Zeitaufwand fuer Studium bleibt allerdings auch nicht staendig Zeit fuer Freizeit... Rechnet man den normalen Tagesaufwand von Schlafen, Essen, Einkaufen (ein-/maximal 2 mal die Woche) und ev. einem Ausflug je Woche zzgl. Aufwand fuer PRO3 und Essays/Hausuebungen fuer die TU/E hier bleibt nimmer viel Tag uebrig... Leider...

Fortgehen is hier ein Erlebnis. Die Niederlaender verbringe viel Zeit mit ihren Studetenverbindungen weshalb sie in der Stadt eher nur in geschlossenen Gruppen auftreten. Generell ist es beim Fortgehen in der Stadt eher schwer Leute kennen zu lernen, da meistens Gruppen unterwegs sind, ohne Interesse auf neue Bekanntschaften bzw. diese Gruppen bleiben bei ihren Themen und wenn man nicht gerade Architekt oder Biologe ist, ist es schwer teilweise mitzureden :)

Ausfluege haben wir wirklich schon viele gemacht, allerdings nur immer auf eigen-initiative... Was natuerlich auch nicht das Ziel sein kann wenn man von einem "Internationalen Austausch" redet....

und nun das persoenliche Feedback zur Uni:
Erst mal das Fahren! Keiner ersetzt uns die Fahrtkosten und gerade mit dem Fahren nach Nijmegen sind das im Monat doch noch mal 70 Euro die benoetigt werden nur um in die Unis zu kommen.... Wenn man sich nicht gerade auf Crypto spezialisiert hat man jedoch keien andere Moeglichkeit auf Vorlesungen in Eindhoven passend zu unserem Schwerpunkt in Hagenberg. Da bleibt nur fahren, wobei Nijmegen eh schon die "naehergelegene" Uni ist, weil Twente noch weiter weg ist... Schwachpunkt an dem Kerkhoffs Institut.
Vom Inhalt der Vorlesungen ist es auch nicht gerade das erwartete... Mal schaun ob sich noch was aendert nur is das Problem, dass teilweise der Inhalt sehr kompliziert erklaert wird und daher viel Zeit zum Nacharbeiten benoetigt wird....

Das Wohnen
Das positivste is eigentlich, dass die Niederlaender an sich echt angenehme Zeitgenossen sind. Hier im Haus nerven nur etwas die weiblichen Mitbewohnerinnern (nicht aus Oesterreich) mit ihrem dauernden gejammere, wie scheisse nicht alles hier ist und wie sie alles hier angeht und wie sehr sie sich freuen, wenn sie wieder zu hause sind... Auf dauer echt anstregend!
Beim Wohnen sind 8 Leute in einem Haus echt verdammt viel. Allgemein war es jedoch nicht soo sonderlich schlimm wenn man vom weiblichen gejammere und dem fehlenden Putzfimmel der Herren mal absieht. Die Herren waren jedoch leicht in den Griff zu bekommen, man musste einfach zwischendurch mal einen "Schrei" loslassen und schon haben sie eigentlich alles gemacht (ev. stehen sie ja drauf?).... Ging eigentlich... Und achja, der fehlende Gemeinschaftsraum war echt scheisse... aber man gewoehnt sich an alles... Rueckblickend auf die letzten Monate haben eigentlich generell eh nur die 2 andern Maedls im Haus "Probleme" gemacht...

Fazit: Ich wuerd EIndhoven nur mehr empfehlen, wenn sich wer wirklich fuer Crypto Vorlesungen interessiert und/oder keine Probleme mit viel Reisen und sehr hohen Reisekosten hat!

Samstag, 22. November 2008

Schneeee

Man glaubt es kaum, aber sogar hier in NL schneit es :) Haben heut den ersten Schnee, obwohls die ganze Nacht geschneit hat zwar nur wenig der auch relativ schnell wieder weggeht, aber nach dem Sturm gestern, echt super :)

Einziges ungutes, es reicht nicht mal fuer einen Schneemann bzw. einen Schnee-Engel, den mein Mitbewohner machen will/wollte :)

Mittwoch, 12. November 2008

Hanf-Plantage

Fast vergessen:

Gestern war extrem viel Polizei in der Strasse... Irgendwann sind meine Mitbewohner dann zu mir gekommen, ob ich "Dutch culture" sehen will.... Paar Haeuser weiter bei uns in der Strasse habens kleine Hanf-Plantage ausgehoben :) war echt interessant... die Polizei und "Drogen-Polizei" (oder wie die auch heissen) waren extrem lang beschaeftigt mit dem Haus... Sowas muss man erlebt/gesehen haben...

Viel los - 1. Klausur & Palais Het Loo

Lange nix mehr von mir hoeren lassen, war doch einiges los in den letzten Tagen. Samstags gabs einen Ausflug nach Apeldoorn zum Palais Het Loo, einem ehemaligen Jagdschloss der Oranjes was man sich nun anschauen kann... Das Schloss an sich war nicht gerade weltbewegend finde ich zumindest - ich wuerde hier nicht wohnen wollen :) - aber die Parkanlage... Echt einmalig. Tolle Gartenanlage und allem... Durch die Herbststimmung mit Sonnenschein, klarer Luft und den "bunten" Baeumen war es einmaliges Erlebnis... Einmalig! Fotos sind bald wieder hier zu finden....

Am Montag hatte ich dann meine erste Klausur in "Security in Organizations"... Haette ich nichts gelernt, haette ich durch mein Wissen aus der HAK und mein Vorwissen von Hgb. die Klausur genauso (nicht) geschafft... Die ersten haben bei der Klausur nach 15 Minuten aufgegeben. Bin mal gespannt wie sich's bei mir ausgeht... Dafuer durften wir uns am Ende eine Kopie der (unausgefuellten) Klausur mitnehmen, damit wir zur Endklausur dann lernen koennen... Dafuer hab ich so bei der Klausur einen Haufen Leute gesehen, die zwar fuer den Kurs eingetragen sind, aber nie da waren :)... War ausserhalb der Klausur richtig amuesant.